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Warum
Das Sammeln ist für mich grundlegender Bestandteil meiner künstlerischen Arbeit. Da ich mich in dieser mit den Begriffen „Ordnen“, „Zählen“, „Messen“ und „Vergleichen“ beschäftige, ist es notwendig zahlreiche Sammlungen anzulegen. Als Sammlungskriterium gilt hier durchgängig die persönliche Bezüglichkeit zum Gesammelten. Damit ist gemeint, dass die gesammelten Objekte direkter Teil des von mir gelebten Lebens sind.
Durch das Sammeln dokumentieren die Objekte einerseits zeitliche Abläufe und Kontexte, andererseits werden sie durch die Archivierung aber den Kontexten entfremdet und beginnen selbst eigenständige Beziehungen zu entwickeln. Da mein Hauptinteressen gerade diese „Entwicklung von Relationen“ ist, die ich künstlerisch auf die Möglichkeit der Ableitung von Gesetzmäßigkeiten hin untersuche, sind die gesammelten Objekte selbst eigentlich wertlos. Erst duch den Akt des Sammelns und Archivierens erhalten sie eine Bedeutung, einen Wert. Die gesammelten Objekte machen damit einerseits sich selbst, als Objekt sichtbar, andererseits thematisieren die aufgearbeiteten Sammlungen aber auch das Sammeln selbst.
Phänomen
Sammeln war in der Menscheitsentwicklung schon immer eine wichtige Tätigkeit, die das Überleben sicherte. Auch heute ist Sammeln eine alltägliche Tätigkeit, wobei sich das Sammeln in großen Teilen auf abstrakte Bereiche verlagert hat: Man sammelt Informationen, man sammelt Geld (wir bezeichnen dies als „sparen“), man sammelt „Kontakte“.
Das Sammeln ist dadurch mittelbar geworden und „unmittelbares Sammeln“ ist gesellschaftlich suspekt geworden. Sammeln steht durch die Anhäufung von Material dem aktuellen Bild von Mobilität im Wege, wer sammelt hat schwer daran zu tragen. Wer sammelt, sammelt „altes Zeug“, was heute nicht schwer ist, da morgen die Gegenwart schon von Gestern ist. Wer sammelt schafft damit eine historische Dimension. Würden wir Mobilität und Aktualität so wortwörtlich nehemen, wie es uns als „zeitgemäß“ angetragen wird, dann wären unsere Wohnungen leer und wir hätten am Abend vergessen, was wir am Mittag erlebt hätten.
Der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses wäre damit die konsequenteste Form von Aktualität und einiges spricht dafür, dass diese pathologische Form des „in der Zeit seins“ in gewisser Weise gesellschaftsfähig geworden ist. Gleichzeitig ist aber auch das Sammeln unter die „pathologische Lupe“ geraten. In den Medien werden Menschen vorgezeigt, die in heillos überfrachteter Unordnung leben. Vollgestellte Wohnungen mit schmalen Gängen, kaum erreichbare Winkel und unüberschaubares Chaos.
Das Sammeln ist ersetzt worden durch den wahlfreien Zugriff, den „random acces“ des Internets. Bedarf ist abrufbar, die Kosten für Läger werden stetig reduziert. Das dies mit dem Verlust an Unmittelbarkeit bezahlt wird, bleibt in den Diskussionen zur Optimierung gerne aussen vor.
Und hier vermischen sich die Begriffsfüllungen und
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